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Hartmann Valves GmbH

Wasserstoff

Kugelhähne, Wellheads und Prüfungen für H2- Anwendungen

Wasserstoff wird bereits seit Jahrzehnten in der (Petro-)Chemie konventionell hergestellt und eingesetzt. Im Zuge der Energiewende gewinnt das Medium nun auch in weiteren Bereichen als grün hergestellter Wasserstoff in der Mobilität sowie in der industriellen Nutzung zunehmend an Bedeutung – etwa zur Erzeugung von Treibstoff (Power-to-Fuel), als chemischer Rohstoff (Power-to-Chemcials), als Rohstoff für die Direktreduktion bei der Stahlerzeugung oder zur späteren Rückverstromung in Gaskraftwerken. Für den Transport zwischen Erzeugung und Verbrauchern entstehen Leitungsnetze oder Wasserstoff-Pipelines (wie z.B. das deutsche Wasserstoff-Kernnetz).

Auch die Untergrundspeicherung in Kavernen ermöglicht eine umweltfreundliche Speicherung großer Energiemengen zum Ausgleich zwischen Energieerzeugung und Bedarf. In all diesen Anwendungen sind zuverlässige, gasdichte Absperrarmaturen entscheidend. Metallisch dichtende Spezialkugelhähne stellen sicher, dass Wasserstoff sicher kontrolliert und isoliert werden kann.

Dank robuster Konstruktion, zertifizierter Sicherheit und langer Standzeiten sind unsere Spezialarmaturen auch bei hohen Drücken eine verlässliche Lösung für Ihre Anlage.

Zuverlässige Absperrung

Kugelhähne für Wasserstoffanwendungen

Wasserstoff stellt aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften besondere Anforderungen an Armaturen, Werkstoffe und Dichtsysteme. Das folgende Video zeigt, wie metallisch dichtende Kugelhähne für Wasserstoff ausgelegt werden und welche konstruktiven Maßnahmen für eine sichere Absperrung entscheidend sind.

Im Fokus stehen Aspekte wie Wasserstoffversprödung, Gasdichtheit, geeignete Materialien sowie zusätzliche Sicherheitsfunktionen in kritischen Anwendungen entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette.

Kundenindividuelle Konstruktion​

Zuverlässigkeit für Wasserstoff-prozesse

Hartmann-Kugelhähne verfügen über eine rein metallische Abdichtung zwischen Kugel und Sitzring und erreichen eine hohe Gasdichtheit auch bei hohen Drücken. Spezielle Konstruktionen ermöglichen den Einsatz bei Temperaturen bis 550 °C. Selbst bei hohen Schalthäufigkeiten von bis zu 200.000 Schaltungen pro Jahr arbeiten die Armaturen zuverlässig und wartungsarm. Ergänzende Sicherheitsoptionen wie Double Isolation and Bleed (DIB) oder Double Block and Bleed (DBB) erhöhen zusätzlich die Betriebssicherheit in Wasserstoffanlagen.

Temperatur

-200 °C bis 550 °C

Druck

bis 690 bar

Schalthäufigkeit

bis zu 200.000 Schaltungen/Jahr

Einsatzbereiche

Erzeugung von Wasserstoff (Power-to-Gas / Elektrolyse), Transport über H₂-Pipelines oder Erdgasnetze, Druckbehälter-Transport, Speicherung in Kavernen, Rohrleitungen und Kompressorstationen, industrielle Nutzung in Raffinerien und chemischer Industrie, Brennstoffzellensysteme

Für einen sicheren Betrieb

Anwendungsbereiche entlang der Wasserstoff-Wertschöpfungskette

Die Anwendungen von Wasserstoff lassen sich entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette betrachten – von der Erzeugung über Transport und Speicherung bis hin zur Nutzung in Industrie, Energie und Mobilität.

In Deutschland werden derzeit rund 20 Mrd. m³ Wasserstoff gewonnen, weltweit sind es ca. 500 Mrd. m³. Das entspricht etwa 2% des Weltprimärenergiebedarfs.
Die konventionelle Herstellung erfolgt seit vielen Jahren mit rund 48% überwiegend aus der Reformierung von Erdgas, da sie mit Herstellungskosten von einem Euro je Kilogramm konkurrenzlos günstig ist. Diese großtechnische Wasserstofferzeugung wird in Dampfreformierungsanlagen mit üblichen Kapazitäten von bis zu 100.000 Kubikmeter Wasserstoff pro Stunde durchgeführt.
Darüber hinaus wird Wasserstoff auch durch partielle Oxidation von Erdgas, flüssigen Kohlenwasserstoffen – oder in kohlereichen Ländern – auch aus Kohle hergestellt. Die Kohlenwasserstoffe werden dabei thermisch mit Sauerstoff zu Synthesegas, einem Gemisch aus H
2 und CO, umgesetzt.

Wasserstoff als Beitrag zur Energiewende

Zu Neige gehende Ressourcen an fossilen Brennstoffen und die Bekämpfung des Klimawandels haben dazu geführt, dass Politik und Wissenschaft in der Energiewirtschaft seit längerem auch nach neuen Wegen für die Erzeugung von Wasserstoff suchen.
Immer mehr in den Fokus kommen daher Verfahren zur Gewinnung von grünem Wasserstoff, der ausschließlich durch regenerative Energieträger erzeugt wird.

Ein wesentliches Verfahren zur Erzeugung von grünem Wasserstoff ist die Wasserelektrolyse. Dieses als Power-to-Gas bezeichnete elektrochemische Verfahren nutzt Wind- und Sonnenenergie, um Wasserstoff aus Strom und Wasser herzustellen.
Es gibt heute im Wesentlichen drei Elektrolyse-Verfahren, die je nach Anwendung zum Einsatz kommen:
Alkalische Elektrolyse (AEC): Sie arbeitet mit Kalilauge als Elektrolyt bei Drücken von bis zu 60 bar bei einer moderaten Temperatur von 90°C. Der Anoden- und Kathodenraum sind durch ein mikroporöses Diaphragma getrennt, um die Vermischung der Produktgase zu verhindern. Diese Technologie ist bereits etabliert und zeichnet sich durch eine hohe Lebensdauer aus. Mit Kapazitäten von 0,25 Nm³/h bis 1400 Nm³/h bietet sie ein vielseitiges Anlagen- und Einsatzspektrum, ist jedoch träge im Betriebsverhalten.
Polymerelektrolyt-Membran Elektrolyse (PEMEC): Sie arbeitet mit einer Ionenaustauschmembran auf Basis von Copolymeren bei Drücken von bis zu 350 bar bei einer ebenfalls moderaten Temperatur von 90°C. Es sind bereits mittelgroße Anlagen mit Kapazitäten von 500 Nm³/h vorhanden. Im Gegensatz zur AEC zeichnet sich PEMEC durch ein dynamisches Ansprechverhalten bei kompaktem Aufbau aus, ist jedoch bei den Systemkomponenten noch sehr kostenintensiv.
Festoxid Elektrolyse (SOEC): Sie arbeitet mit Festoxiden wie ZrO2 als Elektrolyt bei Temperaturen von 700°C bis 1000°C. Die Anlagen zeichnen sich durch eine hohe Effizienz aus, wenn der als Edukt benötigte Dampf zur Verfügung steht. Entsprechende Anlagen wurden bislang nur bis 40 Nm³/h realisiert, aufgrund der hohen Temperatur ist ihre Lebensdauer noch stark begrenzt. Die Überlegungen zielen dahin, die in einem Solarkonzentrator produzierte Wärme zu nutzen. Denkbar wären etwa solarthermische Kraftwerke zur Stromerzeugung (Parabolrinnenkraftwerk) in Kombination mit einem solaren Turmkraftwerk, in welchem Temperaturen von über 1000°C erzeugt werden können. Der elektrische Wirkungsgrad der Elektrolyse ließe sich so auf bis zu 90% steigern. Dies ist jedoch nur möglich in Ländern mit viel direkter Sonnenstrahlung.

Neben der Elektrolyse von Wasser kann auch durch Pyrolyse und Vergasung von Biomasse Wasserstoff erzeugt werden. Dabei fallen im ersten Schritt, der Pyrolyse, Koks und Methanol an. Durch anschließende Reaktionen mit Wasserdampf und Sauerstoff entsteht ein Gasgemisch aus Wasserstoff, CO, CO2 und Methan.
Da das entstehende CO
2 durch die Biomasse aus der Luft vorher gebunden wurde, wird diese Erzeugungsart ebenfalls als CO2 neutral betrachtet.

Einen weiteren Ansatz zur CO2 freien Erzeugung von Wasserstoff bildet das Kvaerner Verfahren. Hier werden Kohlenwasserstoffe wie Erdgas oder Erdöl mittels Plasmabrenner bei ca. 1600°C in Aktivkohle und Wasserstoff gespalten. Das Verfahren wurde bislang im Pilotmaßstab getestet, geplant ist jetzt eine Anlage im industriellen Maßstab, die 100.000 Nm³ Wasserstoff pro Stunde produzieren soll.

Der erneuerbar produzierte Wasserstoff bietet erhebliches Potenzial für den Klimaschutz in einem zunehmend auf Erneuerbaren Energien beruhenden Energiesystem. Bislang entfallen nur rund 4 % der Wasserstofferzeugung auf diese Verfahren, was sich bislang durch die noch höheren Herstellkosten von ca. 6- 10 EUR je Kilogramm erklärt. Im Zuge der Energiewende gibt es jedoch bereits eine Vielzahl von Power-to-Gas- (bzw. Power-to-X-) Projekten und es sieht so aus, dass auf Basis dieser Erzeugungsart Wasserstoff einen stark erhöhten Anteil am zukünftigen Energiemix in Deutschland, aber auch weltweit, einnehmen wird.

Quellen: Sterner /Stadler Hrsg. : Energiespeicher, Bedarf, Technologien, Integration (2. Auflage 2017) DBI 2019, TÜV SÜD 2020

Wasserstoff kann auf verschiedenen Wegen transportiert werden – über Leitungsnetze oder per Fahrzeug in Druck- oder Kryobehältern. Während der Transport von flüssigem Wasserstoff sehr niedrige Temperaturen erfordert und mit hohem Energieaufwand verbunden ist, erfolgt der Transport in der Praxis häufig in Druckbehältern oder über Pipelines. Dabei kann Wasserstoff entweder über spezielle H₂-Leitungen transportiert oder dem bestehenden Erdgasnetz beigemischt werden. Für alle Transportwege sind Kompressoren, Rohrleitungen und Armaturen erforderlich, die speziell für Wasserstoff ausgelegt sind, um Sicherheit und Dichtheit im Betrieb zu gewährleisten.

Da Erzeugung und Nutzung von Wasserstoff zeitlich und räumlich oft auseinanderliegen, spielt die Speicherung eine zentrale Rolle. Neben dem Transport über bestehende Gasnetze eignen sich insbesondere unterirdische Kavernenspeicher in Salzformationen, um große Energiemengen über längere Zeiträume zu speichern. Dabei wird Salz mit Wasser ausgespült, wodurch große Hohlräume entstehen, die gegenüber Kohlenwasserstoffen und Wasserstoff dicht sind und bereits seit Jahrzehnten zur Energiespeicherung genutzt werden. Die Kavernen liegen typischerweise in 1000 bis 1500 m Tiefe und können mit Speicherdrucken von etwa 70 bis 210 bar betrieben werden. Aufgrund ihres großen Volumens können sie Energiemengen speichern, die deutlich über der Kapazität großer Batteriespeicher liegen und dadurch zur Überbrückung von Dunkelflauten zuverlässig Energie liefern können.

Die Bohrlochköpfe (Wellheads) bilden dabei die Schnittstelle zwischen unterirdischem Speicher und obertägiger Infrastruktur. Ergänzend sorgen Rohrleitungen, Kompressorstationen und geeignete Absperrarmaturen wie Kugelhähne dafür, dass Wasserstoff sicher transportiert, verdichtet und gespeichert werden kann. Moderne Anlagen werden speziell auf die Anforderungen von Wasserstoff ausgelegt, um langfristige Dichtheit und Betriebssicherheit zu gewährleisten.

Wasserstoff ist seit über 100 Jahren ein wichtiger Grundstoff für unterschiedlichste Anwendungen. Jährlich werden ca. 19 Mrd. Nm³ Wasserstoff in Deutschland verbraucht (DWV 2015). Den größten Anteil an der Nutzung haben dabei Raffinerien und die chemische Industrie mit ca. 85% (DENA 2016). Davon entfallen ca. 30-40% auf Raffinerieprozesse, 25% werden alleine bei der Ammoniakherstellung eingesetzt (weltweit liegt hier der Anteil sogar bei ca. 50%), weitere 20% werden bei der Methanolherstellung verwendet.
Durch die sich ändernde Energiepolitik hin zu einer Dekarbonisierung der Energiewirtschaft, rückt Wasserstoff, der möglichst mit CO
2-armen Produktionsverfahren hergestellt wird, als Energieträger immer mehr in den Fokus. Hauptansatzpunkte für die zukünftige Verwendung sind daher neben der industriellen Verwendung in der Chemie, Petrochemie und dem Raffineriebereich die Stahlindustrie, der Einsatz von Hmittels Brennstoffzellen für die Mobilität, stationäre Anwendungen sowie diverse portable Anwendungen.
Auch eine direkte Rückverstromung ist denkbar, wird aber voraussichtlich in den nächsten 10 Jahren keine nennenswerte Rolle im Energiesystem spielen. Andere vertretende Branchen wie Glasindustrie, Halbleiterindustrie, Kunststofferzeugung, Metallverarbeitung und Pharmaindustrie tragen weniger als 1% zur Wasserstoffnutzung bei (DBI 2020).

Chemie/Petrochemie

In der Chemie- und Petrochemieindustrie spielt Wasserstoff eine zentrale Rolle als Prozessgas und Reaktionspartner. Typische Anwendungen sind die Ammoniakherstellung im Haber-Bosch-Verfahren zur Produktion von Düngemitteln, die Methanolherstellung als Ausgangsstoff für zahlreiche chemische Produkte und Kraftstoffe sowie der Einsatz in der Lebensmittelchemie, beispielsweise zur Härtung von Pflanzenölen.

Raffinerie

In Raffinerien wird Wasserstoff in zahlreichen Aufbereitungs- und Umwandlungsprozessen eingesetzt. Dazu zählen die Fischer-Tropsch-Synthese zur Herstellung von Benzin, Diesel und Olefinen, verschiedene Hydrotreating-Prozesse zur Entfernung von Schwefel, Metallen, Stickstoff und Sauerstoff aus Rohölfraktionen sowie das Hydrocracking, bei dem langkettige Kohlenwasserstoffe in leichtere Produkte wie Diesel und Benzin aufgespalten werden. Auch bei Hydroformylierungen dient Wasserstoff als wichtiger Reaktionspartner zur Herstellung von Aldehyden und daraus abgeleiteten chemischen Produkten.

Verwendung in der Stahlindustrie

In der Stahlindustrie gewinnt Wasserstoff zunehmend an Bedeutung, um CO₂-Emissionen bei der Stahlerzeugung zu reduzieren. Ein wichtiger Ansatz ist der Ersatz von Kohle und Koks durch Wasserstoff als Reduktionsmittel im Hochofen, wodurch Eisenerz mit deutlich geringeren Emissionen reduziert werden kann. Zudem werden Direktreduktionsanlagen eingesetzt, bei denen Eisenerz ohne Hochofen zu Eisenschwamm reduziert wird. Dabei kann Erdgas schrittweise durch Wasserstoff ersetzt werden, perspektivisch auch vollständig durch grünen Wasserstoff.

Mobile Anwendungen

Im Bereich der Mobilität gewinnt Wasserstoff zunehmend an Bedeutung als emissionsarmer Energieträger. Er kann direkt in Verbrennungsmotoren eingesetzt, in Brennstoffzellen zur Stromerzeugung genutzt oder zu synthetischen Kraftstoffen weiterverarbeitet werden. Besonders verbreitet sind Brennstoffzellenanwendungen, bei denen Wasserstoff mit Sauerstoff reagiert und dabei elektrische Energie erzeugt – als Emission entsteht lediglich Wasserdampf. Einsatzbereiche reichen von PKW, Bussen und LKW über Schienenverkehr bis hin zu Schiffen und Flugzeugen.

Stationäre Anwendungen/Heizen

Auch im Bereich stationärer und portabler Anwendungen gewinnt Wasserstoff zunehmend an Bedeutung. Brennstoffzellen können als kleine Heizkraftwerke eingesetzt werden und gleichzeitig Strom und Wärme für Gebäude erzeugen, beispielsweise über eine eigene dezentrale Wasserstoffversorgung aus erneuerbaren Energien oder durch Wasserstoffbeimischung in das bestehende Erdgasnetz. Darüber hinaus werden Brennstoffzellen auch in portablen Anwendungen genutzt, etwa zur netzunabhängigen Stromversorgung oder als Alternative zu Batterien und motorbetriebenen Generatoren im Klein- und Leistungsbereich.

Rückverstromung von grünem Wasserstoff/Stromproduktion aus Wasserstoff

Grüner Wasserstoff kann auch zur Rückverstromung und Stromproduktion eingesetzt werden. Dabei wird Wasserstoff in Gasturbinen, GuD-Kraftwerken oder Verbrennungsmotoren ähnlich wie Erdgas zur Stromerzeugung genutzt, beispielsweise zur Deckung von Lastspitzen bei geringer erneuerbarer Stromproduktion. Neben der direkten Nutzung in Turbinen gewinnt auch der Einsatz von Brennstoffzellen zunehmend an Bedeutung, da sie Wasserstoff besonders effizient in elektrische Energie umwandeln können. Langfristig kann Wasserstoff damit eine wichtige Rolle als speicherbarer Energieträger im Energiesystem übernehmen.

Quellen: DVGW 2013, DWV 2015, DENA 2016, DBI 2019, TÜV SÜD 2020

KUGELHAHN

Zuverlässige Absperrung dank langlebiger Spezialarmaturen

Hartmann Kugelhähne für anspruchsvolle Anwendungen verfügen über eine rein metallische Abdichtung zwischen Kugel und Sitzring, die eine zuverlässige Gasdichtheit auch bei hohen Drücken bis 690 bar gewährleistet. Spezielle Konstruktionen ermöglichen zudem den Einsatz bei Temperaturen bis 550 °C sowie bei hohen Schalthäufigkeiten von bis zu 200.000 Schaltungen pro Jahr. Für zusätzliche Betriebssicherheit stehen verschiedene Sicherheitskonzepte zur Verfügung, darunter Double Isolation and Bleed (DIB) mit zwei unabhängigen Barrieren, Double Block and Bleed (DBB) für Prüfungen in der Rohrleitung sowie eine dreifache Abdichtung nach außen zur Minimierung von Emissionen.

Bohrlochkopf

Sichere Schnittstelle zu Untergrundspeichern

Bohrlochköpfe von Hartmann Valves sind mit Kugelhähnen nach API 6A ausgestattet und auch in großen Nennweiten bis 13-5/8“ verfügbar. Durch doppelte Abdichtungen an Flanschverbindungen und metallische Dichtungen am Wellhead wird eine hohe Dichtheit und Betriebssicherheit gewährleistet. Die Integration mehrerer Komponenten in einem Block reduziert zudem die Anzahl der Flanschverbindungen und erhöht die Zuverlässigkeit der Anlage. Für spezielle Anwendungen sind darüber hinaus Sonderausführungen, beispielsweise für Control Lines, Lastmessungen mittels Dehnungsmessstreifen oder den Einsatz elektrischer Pumpen, verfügbar.

Dort wo Kavernenspeicher zur Speicherung von Wasserstoff genutzt werden, bilden Wellheads die entscheidende Schnittstelle zwischen dem unterirdischen Kavernenspeicher und der obertägigen Infrastruktur. Sie müssen speziell auf die Eigenschaften von Wasserstoff ausgelegt sein, um Dichtheit, Druckbeständigkeit und langfristige Betriebssicherheit bei der Ein- und Ausspeicherung großer Energiemengen zu gewährleisten.

Neben den ersten Pilotprojekten zur untertägigen Wasserstoffspeicherung wie H2CAST Etzel, HYSTOCK Zuidwending, HYCAVMOBIL Rüdersdorf und HPC Krummhörn wurden ebnfalls die beiden IPCEI geförderten Projekte der RWE (GET H2 in Epe) als auch der EWE (Clean Hydrogen Coastline in Huntorf) mit Wasserstoff geeigneten Wellheads von Hartmann Valves ausgerüstet.

Für einen zuverlässigen Betrieb

Wasserstoff-Prüfungen

Das anspruchsvolle Medium Wasserstoff wird zukünftig in immer mehr Anwendungsfeldern zum Einsatz kommen. Um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten, müssen alle Komponenten, die mit Wasserstoff in Berührung kommen, entsprechend geeignet und dicht sein. Einzusetzende Armaturen und Bohrlochköpfe müssen daher hinsichtlich der Materialeignung der metallischen Werkstoffe geprüft sowie auf ihre Dichtheit getestet und entsprechend ausgewählt werden.

Hartmann Valves bietet die beiden Wasserstoff-Prüfungen sowohl für Hartmann Valves Kugelhähne und Bohrlochköpfe sowie für Produkte anderer Hersteller an
(basierend auf Dokumentationen).

Materialeignungs-Prüfung

TEST AUF WASSERSTOFF-DICHTHEIT

Referenz

Armaturen für innovatives Wasserstoffprojekt

Maximale Verfügbarkeit und Betriebssicherheit von Power to Gas-Anlage: Uniper Energy Storage setzt auf metallisch dichtende Kugelhähne

"Bei diesem Projekt konnten wir kein Risiko eingehen. Bei einem falschen Hersteller hätten wir die gesamte Umrüstung technisch und zeitlich gefährdet."
René Schoof
Uniper Energy Storage GmbH

Zertifizierte Sicherheit für Wasserstoffprozesse

Unsere Hochleistungs-Armaturen erfüllen nationale wie internationale Normen, darunter:

  • DGRL 2014/68/EU
  • API 6A / API 6D
  • DVGW G406
  • DIN EN ISO 15156 /NACE MR0175
  • TA Luft
  • DIN EN ISO 15848
  • DIN EN 12266-1
  • ATEX
  • SIL

Kontaktieren Sie uns

Benötigen Sie Unterstützung bei der Auslegung von Kugelhähnen oder Bohrlochköpfen (Wellhead) für Wasserstoff? Unser Team berät Sie auch zu Wasserstoff-Prüfungen bestehender Armaturen – schnell und unkompliziert.

FAQ

Wasserstoff ist ein sehr kleines Molekül und kann durch viele Materialien diffundieren. Deshalb müssen Armaturen für Wasserstoffanwendungen besonders dichte Dichtungen und geeignete Werkstoffe aufweisen. Zudem kann Wasserstoff bestimmte metallische Werkstoffe verspröden (Wasserstoffversprödung). Kugelhähne für Wasserstoff werden daher aus speziell geeigneten Materialien gefertigt und hinsichtlich Härte, Duktilität, Wärmebehandlung und Gefüge bewertet. Zusätzlich werden Dichtheitsprüfungen durchgeführt, um sicherzustellen, dass Emissionsgrenzwerte eingehalten werden und keine unzulässigen Leckagen auftreten.

Die Wasserstofftauglichkeit wird durch Materialeignungsprüfungen und Dichtheitsprüfungen bestätigt. Bei der Materialprüfung werden metallische Komponenten hinsichtlich ihrer Resistenz gegenüber wasserstoffinduzierter Spannungsrisskorrosion untersucht. Zusätzlich erfolgt ein Dichtheitstest mit Formiergas gemäß DIN EN ISO 14175. Dabei wird mithilfe eines Massenspektrometers die Leckrate gemessen, häufig in Anlehnung an DIN EN ISO 15848. Diese Prüfungen ermöglichen die zuverlässige Bewertung der Dichtheit und der Werkstoffeignung für Wasserstoffanwendungen.

Metallisch dichtende Kugelhähne bieten eine hohe Gasdichtheit und sind besonders widerstandsfähig gegenüber anspruchsvollen Prozessbedingungen. Durch Carbid-Beschichtungen im Kugel- und Sitzbereich können sehr hohe Standzeiten erreicht werden. Gleichzeitig sind metallische Dichtsysteme weniger anfällig für Diffusionseffekte als viele weiche Dichtungsmaterialien. Dadurch eignen sich solche Kugelhähne besonders für Anwendungen mit hohen Drücken oder häufigen Schaltzyklen in Wasserstoffsystemen.

Sicherheitsfunktionen wie Double Block and Bleed (DBB) oder Double Isolation and Bleed (DIB) erhöhen die Betriebssicherheit in kritischen Anlagen. Sie ermöglichen es, ein Leitungssystem doppelt abzusperren und den Zwischenraum zu entlasten oder zu überwachen. Dadurch können Wartungsarbeiten sicher durchgeführt oder potenzielle Leckagen frühzeitig erkannt werden. In Wasserstoffsystemen mit hohen Sicherheitsanforderungen sind solche Mehrbarrieren-Konzepte besonders relevant.

Kugelhähne für Wasserstoff kommen in vielen Bereichen der Wasserstoff-Wertschöpfungskette zum Einsatz. Dazu gehören Elektrolyseanlagen zur Wasserstofferzeugung, Transportleitungen wie H₂-Pipelines oder Erdgasnetze mit Wasserstoffbeimischung sowie Infrastruktur rund um Wasserstoffspeicher. Auch industrielle Anwendungen in Raffinerien, der chemischen Industrie oder bei Brennstoffzellen erfordern zuverlässige Absperrarmaturen, um Wasserstoff sicher zu kontrollieren und Prozessanlagen zu schützen.

Bohrlochkopf-Armaturen (Wellhead) kommen insbesondere bei der unterirdischen Speicherung von Wasserstoff zum Einsatz, beispielsweise in Kavernenspeichern. Sie bilden die Schnittstelle zwischen dem Bohrloch und der oberirdischen Infrastruktur und übernehmen zentrale Funktionen für Absperrung, Druckkontrolle und Betriebssicherheit. Da Wasserstoff ein sehr kleines Molekül ist und hohe Anforderungen an Werkstoffe und Dichtungen stellt, müssen Wellhead-Armaturen speziell für H₂-Anwendungen ausgelegt sein. Metallisch dichtende Absperrarmaturen und geeignete Werkstoffe tragen dazu bei, Dichtheit, Materialbeständigkeit und einen sicheren Betrieb über lange Zeiträume zu gewährleisten.